Schumann-Resonanzfrequenz der Erde

von Dr.-Ing. Michael Köhlmann
München, 05 2007

erde,  ausstellung, Die Atmosphäre, die den Globus umspannt, wird am Übergang in den Weltraum durch die Ionosphäre begrenzt. Die Ionosphäre besteht im Wesentlichen aus drei Schichten (D, E, F-Schicht). Die unterste Schicht (D) liegt in einer Höhe von ca. 80 km und bildet die obere Grenzschicht der Atmosphäre. Die Erdoberfläche stellt die untere Grenzschicht dar. Ionosphäre und Erdoberfläche sind elektrisch leitfähige Medien. Die negativ geladene Erdoberfläche bildet den Minus-Pol und die positiv geladene Ionosphäre den Plus-Pol eines riesigen Kugelkondensators. Dazwischen befindet sich die Lufthülle als Isolationsschicht des Kondensators. Man kann das ganze Gebilde auch als Hohlraumresonator betrachten. Die Eigenfrequenz dieses Hohlraumresonators wurde 1954 von den deutschen Physikern Winfried Otto Schumann und Herbert König in ersten Messungen nachgewiesen. Sie beträgt ca. 7,8 Hz. In diesem Zusammenhang spricht man auch von der Schumann-Resonanzfrequenz.

Rund um den Globus finden zeitgleich ca. 2000 Gewitter statt. Die Blitzentladungen erzeugen elektromagnetische Wellen in einem breiten Frequenzspektrum. Die hochfrequenten Anteile unterliegen einer starken Dämpfung. Die niederfrequenten Anteile breiten sich über große Entfernungen über den Globus aus und treten in Resonanz mit den Eigenfrequenzen des „Erdkugelkondensators“.

Rein rechnerisch ergibt sich die Grundresonanzfrequenz zu Lichtgeschwindigkeit : Erdumfang, also 300.000 km/s : 40.000 km = 7,5 Hz. Messtechnisch erweist sich das Phänomen der Schumann-Resonanz als äußerst komplex. Es muss die elektrische und magnetische Komponente von sehr schwachen niederfrequenten (natürlichen) Feldern bestimmt werden. Neben der Grundfrequenz werden bis zu ca. 6 Resonanzen höherer Ordnung in einen Abstand von jeweils ca. 6 Hz gemessen. Die Resonanzgüte nimmt zu höheren Frequenzen stark ab.

Seit ca. 20 Jahren existieren Langzeitmessungen der Schumann-Resonanzen. Untersucht wurden Amplituden- und Frequenzschwankungen in unterschiedlichen zeitlichen Maßstäben. Es wurden Korrelationen zu extraterrestrischen Einflüssen wie Sonnenzyklus und Röntgenstrahlung hergestellt, Zusammenhänge von Amplitudenschwankungen und Gewitteraktivität in unterschiedlichen Breitengraden gefunden, Abhängigkeiten von Frequenz- und Ionosphärenschwankungen aufgezeigt u.v.a.m. 1,4. Da die erste und zweite Resonanzfrequenz deutlich leichter und mit größerer Messgenauigkeit als höhere Resonanzen bestimmt werden können, konzentrieren sich darauf die Untersuchungen und das vorliegende Datenmaterial. Zudem sind die höheren Resonanzen wegen ihrer geringen Güte nur von begrenztem Aussagewert.

Als natürliche Eigenfrequenz ist die Schumann-Resonanz für eine Global Scaling 3 Analyse natürlich prädestiniert. Abb. 1 zeigt Langzeitmessungen der ersten beiden Schumann Resonanzfrequenzen (elektrische und magnetische Komponente verschiedener Messstationen), Abb. 2 weitere detailierte Messungen der ersten Resonanzfrequenz. Die Schwankungsbereiche der Resonanzfrequenzen liegen zwischen 7,5-8 Hz bzw. 13,7-14,2 Hz. Dies ist praktisch identisch mit der rechten großen Sublücke des Knotens -54 im Fundamentalen Fraktal, was in Abb. 3 dargestellt wird.

[-54; 5]: 7,5 Hz und [-54; 4]: 8,3 Hz

bzw. mit der linken großen Sublücke des phasenverschobenen Knotens -54:

[-54+3/2; 4]: 13,6 Hz und [-54+3/2; 5]: 15,1 Hz

Die für das Phänomen der Schumann-Resonanz wichtigsten Frequenzbereiche liegen also nicht in Knotenbereiche, wie man das spontan erwarten würde. Sie sind vielmehr deckungsgleich mit den Bereichen im Fundamentalen Fraktal, die mit minimaler Tendenz zur Eigenresonanzfähigkeit gekennzeichnet sind. Gleichzeitig sind dies aber die Bereiche, in denen sich physikalische Werte am exaktesten steuern lassen.

Die Schumann-Resonanz ist primär durch die geometrischen Abmessungen des Hohlraumresonators Erde-Ionosphäre bestimmt. Die Höhe der untersten Ionosphärenschicht schwankt jedoch 1. Es ergeben sich verschiedene Werte auf der der Sonne zu- bzw. abgewandten Seite, außerdem beeinflussen Magnetstürme der Sonne die Dicke der Schicht und damit die Resonanzfrequenz. Der 11-jährige Sonnenzyklus und die jahreszeitliche Schwankung sind Einflußgrößen, die eine weitere Modulation bewirken 4. Offenbar gibt es eine ganze Anzahl von Parametern, die die Schumann-Resonanz in einem fest begrenzten Bereich regeln.

Wahrscheinlich ist dieser enge Regelbereich auch wichtig für das Leben auf der Erde. So sind auch die Frequenzbereiche im menschlichen Gehirn an diesen Grenzen ausgerichtet. Der Bereich von 7-8 Hz stellt das obere Ende der Thetawellen (4-7Hz, leichter Schlaf) und zugleich das untere Ende der Alphawellen (8-13 Hz, entspannter Wachzustand) dar. Durch das Intervall 13-14 Hz wird das obere Ende der Alphawellen und das untere Ende der Betawellen (14-30 Hz, konzentrierter Wachzustand) gekennzeichnet.

In einigen literarischen Quellen, auch zunehmend im Internet, wird von einer Erhöhung der Schumann-Resonanz („Erd-Frequenz“) in unserer gegenwärtigen Zeit gesprochen. Dies ist aufgrund der vorliegenden Meßergebnisse definitiv nicht der Fall. Die Schumann-Resonanz ist, ähnlich der Körpertemperatur des Menschen, ein Beispiel für einen natürlichen physikalischen Wert, der aufgrund von übergeordneten Eigenschwingungsprozessen in einem bestimmten Regelbereich gehalten werden muss und somit aus energetischen Gründen in Sublückenbereichen des Fundamentalen Fraktals liegt.

Quellen

[1]: Füllekrug, M., Fraser-Smith, A.C., Schlegel, K., „Global ionospheric D-layer height monitoring“, Europhysics Letters., 59 (4), 2002, S. 626–632

[2]: Füllekrug, M., „Magnetic Activity and Schumann Resonance“, http://www.ncedc.org/ncedc/em.intro.html

[3]: Müller, Hartmut, „Global Scaling – Special 1“, Ehlers Verlag, 2005, www.globalscaling.de

[4]: Satori, G., Williams, E., Mushtak, V., „Response of the Earth-ionospere cavity resonator to the 11-year solar cycle in X-radiation“, Journal of Atmospheric and Solar-Terrestrial Physics, 67, 2005, S. 553-562

 


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